Om's Nomgucka! - schwäbische Mundartgedichte
von Rolf Gerlach

Onser Moschd – schwäbisches Gedicht von Rolf Gerlach

Ein Gedicht über den Apfelmost.

Onser Moschd

Dr Herrgott hat em Paradies
a Bäumle pflanzt uf seiner Wies.
A Äpfelbäumle hôt'r gsetzt,
segnet den: "Trag Äpfel jetzt!".

Des Bäumle hôt des au glei gmacht.
Em Herrgott hôt sei Herzle glacht.
Glei wird'r an seim Bäumle rüttla,
ond älle Äpfel ronderschüttla.

D'Eva isch drzwischakomma
ond hôt dr schönste Äpfel gnomma.
Dr Adam hat glei ronderbissa,
dr Herrgott hôt se zsammagschissa.

Ond aus'm Paradies nausgjagt,
des hôt denne net behagt.
Mit heula hen die zwoi âgfanga,
's nützt älles nix, sie müsset ganga.

Doch Adm hôt den Äpfelbutza
zu onserm älletgröschda Nutza
aus'm Paradies nausgschmugelt
ond em Schwâbaland verbudelt.

Seither wachset, 's isch bekannt,
Äpfelbäum em Schwâbaland.
Die oine Äpfel derfsch verkoschda,
die andre aber muasch vermoschda.

Des gibt en Saft, dâ wett i druff,
der weckt sogar die Tote uff.
Hemmer Dursch oder braucht Troschd,
hilft ons em Keller onser Moschd.

Ond deshalb wird, weil's net viel koschded,
jeden Hrbst saumäßig gmoschded.
Doch duasch du dir en Moschd eischenka,
muasch emmer an Adam ond Eva denka.

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